RA Hain
„ Ich kann es mir nicht leisten, mich mit Anwälten zu umgeben, die mir jeden Tag erzählen, was ich alles nicht darf. “ Lee Iacocca

19.03.2010

Unterhalt – Das Kind wird volljährig. Was ändert sich?

Wenn das Kind minderjährig ist, hat in den meisten Fällen derjenige Elternteil den Barunterhalt zu zahlen, bei dem das Kind nicht lebt, während der andere Elternteil seinen Anteil am Kindesunterhalt durch die Betreuungsleistung erbringt.

Was ändert sich jedoch, wenn das Kind volljährig wird?


Unterhalt – Das Kind wird volljährig. Was ändert sich?

 

Wenn das Kind minderjährig ist, hat in den meisten Fällen derjenige Elternteil den Barunterhalt zu zahlen, bei dem das Kind nicht lebt, während der andere Elternteil seinen Anteil am Kindesunterhalt durch die Betreuungsleistung erbringt.

Was ändert sich jedoch, wenn das Kind volljährig wird?

 

Barunterhaltspflicht beider Elternteile

Ab Volljährigkeit des Kindes sind beide Elternteile verpflichtet entsprechend ihrer finanziellen Verhältnisse den Kindesunterhalt bar zu leisten. Dies gilt auch, wenn das Kind noch bei einem Elternteil lebt. Folge ist hierbei oft, dass sich auf Seiten des vorher allein zahlenden Elternteils der Unterhaltsbetrag reduziert.

 

Anrechnung Eigeneinkommen des Kindes

Ab Volljährigkeit des Kindes kommt hinzu, dass das staatliche Kindergeld in voller Höhe auf den Unterhaltsbedarf anzurechnen ist. Sofern sich das Kind in Ausbildung befindet, ist auch die Ausbildungsvergütung, vermindert um eine Ausbildungspauschale, bedarfsdeckend anzurechnen.

 

Worauf sollte man achten?

Wenn ein Unterhaltstitel (Jugendamtsurkunde, Unterhaltsurteil, Festsetzungsbeschluss oder Vergleich) für das minderjährige Kind besteht, gilt dieser Titel grundsätzlich über den Eintritt der Volljährigkeit des Kindes hinaus. D.h., aus diesem Titel kann weiter gegen den bisher allein Unterhaltspflichtigen vollstreckt werden, obwohl er womöglich erheblich weniger Unterhalt zu zahlen hat. Der bisher allein Unterhaltsverpflichtete sollte das Kind daher bereits vor Eintritt der Volljährigkeit auffordern, Auskunft über die Einkünfte des betreuenden Elternteils und über seine eigenen Einkünfte zu erteilen, damit die Haftungsquote zwischen beiden Elternteilen ermittelt werden kann.

Anschließend kann im Einvernehmen mit dem volljährigen Kind der Unterhaltstitel abgeändert werden.

 

Achtung! Wenn sich das volljährige Kind mit einer Abänderung des Unterhaltstitels nicht einverstanden erklärt, sollte unverzüglich Klage erhoben werden, da der Unterhalt erst ab Klagerhebung herabgesenkt wird. Bis zu diesem Zeitpunkt gelten die alten, festgesetzten Unterhaltsbeträge weiter.

 

Claudia Hain, Rechtsanwältin in der Kanzlei Hain & Kollegen, Neumünster


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