RA Hain
„ Ich kann es mir nicht leisten, mich mit Anwälten zu umgeben, die mir jeden Tag erzählen, was ich alles nicht darf. “ Lee Iacocca

19.03.2010

Ausschlagung des Erbes schützt nicht immer vor Beerdigungskosten

Stirbt ein armer oder verschuldeter Angehöriger, glauben die Hinterbliebenen of, wenn sie das Erbe ausschlagen, würden keine Kosten auf sie zukommen. Dies ist nicht immer richtig. Es gibt Fälle, in denen die Hinterbliebenen trotz Ausschlagung des Erbes die Beerdigungskosten zu tragen haben.

Ausschlagung des Erbes schützt nicht immer vor Beerdigungskosten

 

Stirbt ein armer oder verschuldeter Angehöriger, glauben die Hinterbliebenen of, wenn sie das Erbe ausschlagen, würden keine Kosten auf sie zukommen. Dies ist nicht immer richtig. Es gibt Fälle, in denen die Hinterbliebenen trotz Ausschlagung des Erbes die Beerdigungskosten zu tragen haben.

 

Wer trägt die Beerdigungskosten?

Grundsätzlich hat der Erbe für die Beerdigungskosten aufzukommen. Die Angehörigen, die das Erbe ausgeschlagen haben, müssen sich an den Kosten nicht beteiligen.

Denken Sie an die Ausschlagungsfrist von 6 Wochen ab Kenntnis des Erbfalls!

 

Was ist, wenn alle das Erbe ausschlagen, es also keinen Erben gibt?

Es kann sein, dass ein Angehöriger, der das Erbe ausgeschlagen hat, trotzdem für die Beerdigungskosten aufzukommen hat. Warum? Die Hinterbliebenen haben für die Bestattung zu sorgen und dementsprechend auch die Kosten zu tragen, egal ob sie das Erbe ausgeschlagen haben oder nicht und ob sie eine persönliche Beziehung zu dem Verstorbenen hatten.

Die Reihenfolge der Angehörigen ist geregelt. Zunächst hat der Ehegatte für die Bestattung zu sorgen. Wenn dieser nicht vorhanden ist oder die Kosten nicht übernehmen kann, die leiblichen Kinder, gefolgt von den Eltern, den Geschwistern, die Großeltern und abschließend die Enkelkinder.

 

Was tun, wenn man für die Beerdigungskosten aufkommen soll, aber kein Geld da ist?

Werden Sie aufgefordert, die Beerdigungskosten zu übernehmen, obwohl Sie das Erbe ausgeschlagen haben und Sie verfügen nicht über genügend Einkommen/ Vermögen, können Sie beim Amt für Familie und Soziales einen sogenannten Antrag auf Übernahme von Bestattungskosten stellen. Ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse werden dort überprüft und Sie werden, wenn sich herausstellt, dass Sie die Beerdigungskosten tatsächlich nicht tragen können, von Ihrer Zahlungspflicht befreit.

Beantragen Sie beim Amt die Übernahme der Beerdigungskosten.

 

Was ist, wenn man über genügend Einkommen verfügt und daher die gesamten Beerdigungskosten übernehmen musste?

In diesem Fall besteht die Möglichkeit, dass Sie einen Teil der Beerdigungskosten von Ihren Verwandten ersetzt verlangen können. Voraussetzung ist, dass Sie mit diesen Verwandten zumindest gleichrangig zur Übernahme der Kosten verpflichtet sind.

Beispiel: Sie mussten die Beerdigungskosten für einen verstorbenen Elternteil übernehmen. Haben Sie noch 2 Geschwister, sind diese mit Ihnen im gleichen Rang. Sie können somit von jedem ihrer Geschwister 1/3 der Beerdigungskosten erstattet verlangen.

 

Claudia Hain, Rechtsanwältin in der Kanzlei Hain & Kollegen, Neumünster

 


  Seite drucken.